Dienstag, 30. Juni 2015

Eine erste offizielle Ansprache

Diese offizielle Ansprache wurde bereits zum Jahreswechsel 2011/12 kurz vor dem Start unseres Projektes im World Wide Web, bei Facebook und Twitter und anlässlich einer im Institut für Kunstgeschichte der Johannes-Gutenberg-Universität anberaumten Podiumsdiskussion zur Situation zeitgenössischer Kunst in Mainz von Herrn Henning Berg M.A. ausgearbeitet und soll hier noch einmal zur Veranschaulichung der anvisierten  Zielsetzungen der "KULTUR MAINZ"-Projektgruppe Veröffentlichung finden:

Meine Sehr geehrten Damen und Herren,

In Mainz fehlt ein "Kultur-Portal", in dem die lokale und die regionale Kulturszene die Möglichkeit hat, auf die Öffentlichkeit zu wirken. Dieses Problem betrifft weniger die großen Veranstalter und Kulturträger der Stadt (Beispiel Staatstheater, Unterhaus, Frankfurter Hof oder Mainzer Museumskultur), als vielmehr die Kleineren. Allerorten, wo man nur hinhört, ob bei den kleineren Veranstaltern und Clubs, den kleineren Galerien oder den kleineren Verlagen, - es wird bedauert, dass zu wenig Öffentlichkeit da ist für die großartigen Leistungen, die jeden Tag mit harter Arbeit, mit Schweiß, Blut und Tränen hervorgebracht werden. Es gibt auf der ganzen Linie zu wenig Resonanz und Würdigung, was auf ein Kommunikationsdefizit zurückgeführt wird – so der Tenor.

Wer sich in Mainz auf das kulturelle Leben einlässt, wird hingegen selten enttäuscht. Das kulturelle Leben in Mainz ist so reichhaltig, so diskursiv wie polarisierend und in jedem Fall sehr anspruchsvoll, und es wäre wert, mehr davon reden zu machen, als dies in der lokalen Presse, bei den lokalen Radiosendern und Fernsehstationen geschehen kann. Das Internet dagegen bietet dafür in der Zeit von Facebook, Twitter & Co. und im "Zeitalter von Web 2.0" oder Folgende genügend zusätzlichen Raum.

Diese Wahrnehmung wurde auf einer erst kurze Zeit zurückliegenden Veranstaltung des Instituts für Kunstgeschichte in Mainz bestätigt. Dort wurde seitens der bildenden Künstler in Mainz und seitens Ihrer Freunde und Förderer festgehalten, dass die gebührende Anerkennung für die zeitgenössische bildende Kunst fehlt. Die „Einzelkämpfermentalität“ sei das Hauptproblem, so Prof. Wedekind ehedem. - Das Fazit der Debatte, an der auch Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse persönlich teilnahm, war: Man wolle in Zukunft gemeinsam von Seiten der Beteiligten die Probleme angehen. Die Stadt ihrerseits sei dabei auf "engagierte Mitstreiter" angewiesen. Da sind wir gerne mit dabei!

Frage: Wie wäre es, wenn Mainz ein „kleines aber feines“ Kultur-Portal bekäme, an dem die gesamte Kultur-Szene der Stadt einen Anteil hat, sozusagen von den unteren Rängen bis zu den höchsten, ein Kulturportal, in dem sich auch die vielen namhaften, freien, aus dem Boden sprießenden Kultur-Initiativen wiederfänden? Werfen Sie doch einmal einen Blick nach Frankfurt:

Unter www.kultur-frankfurt.de wurde vor gar nicht allzu langer Zeit der Plan in die Tat umgesetzt. Es war eine Ausschreibung für dieses Projekt vom Magistrat der Stadt gemacht worden und ein talentiertes Kreativteam hat am Ende gewonnen. Bereitgestellt wurde von ihr dann das komplette „Gerüst“ der Webseite, mit einer anwenderfreundlichen Tiefenstruktur. Der Content auf der Web-Seite stammt von einer Redaktion, die eigens vom "Amt für Öffentlichkeitsarbeit" der Stadt Frankfurt eingerichtet wurde und die die Webseite regelmäßig aktualisiert.

Zu Menüpunkten, wie Musik, Kunst, Theater, Literatur gibt es alle Infos, die der Nutzer braucht: Wer, was, wann, wo? Die Hintergründe zeitnah und aktuell... Alles, was das kulturelle Leben bereichert und sich nicht aus- oder abgrenzt, ist vertreten.

Auf einer so ähnlich gestalteten neuen Seite für die Mainzer Kultur wäre stets Platz für ein Hauptthema, enen Hintergrundbericht, eine Kritik oder ein Foto des Monats oder Tages, man könnte sich von der Redaktion aus zu einer erneuten Podiumsdiskussion äußeren oder die aktuellen Anliegen von Musikern und Veranstaltern, Künstlern und Galeristen oder Literaten und Verlegern hierzulande moderieren und diskutieren.

Gleichzeitig bieten sich schon jetzt entlang der Möglichkeiten des Internets von heute genug Gelegenheiten, sich zu vernetzen und neue Kontakte in der Kultur-Szene zu knüpfen...

Unter www.dresden-kultur.de (und in Mainz stehen sowohl die Domain www.kultur-mainz.de als auch die Domain www.mainz-kultur.de zur Nutzung bereit ...), um ein zweites Beispiel zu geben, hat ein freies, unabhängiges Projektteam erfolgreich zur rechten Zeit die Zügel in die Hand genommen und eine sehr ansehnliche Webseite entwickelt, die dem Besucher wie in einer Vogelperspektive einen schnellen Überblick dazu bietet, was Dresden "kulturell" zu bieten hat.

Herr Prof. Dr. Wedekind leitet am Institut für Kunstgeschichte eine Projektgruppe mit dem Titel „Situation-Mainz“. Hier wird momentan erst noch gesammelt. Man hat Infos zur Geschichte und zum Programm der einschlägigen Kunst-Institutionen in Mainz zusammengetragen. Man will hier, so Herr Wedekind, ebenfalls "die Kommunikation befördern helfen und die Situation für das zeitgenössische bildende Kunstschaffen und Galeriewesen in Mainz einer tiefgreifenden Analyse unterziehen".

Siehe: www.situation-mainz.uni-mainz.de...

So lobenswert das Anliegen von Herrn Wedekind und seiner Projektgruppe auch ist, sehe ich aber doch nur einen Teilaspekt des kulturellen Lebens in Mainz angesprochen, den der bildenden Kunst und ihrer Zukunft in Mainz. Was aber ist mit der Musik, dem Theater, dem Film? Wäre es nicht besser, wenn sich endlich jemand dem großen Ganzen annehmen würde, auch im Sinne einer nicht zu leugnenden so fruchtbaren wie wechselseitigen Beziehung der Künste untereinander? Dabei denke ich einerseits an die Unterstützung durch die Kulturszene selbst und auf der anderen Seite natürlich auch an die Unterstützung durch das "Amt für Öffentlichkeitsarbeit" der Stadt Mainz und das Kulturdezernat unserer Stadt sowie durch das Kulturbüro RLP, ob nun in rein ideeller oder aber auch monetärer Hinsicht.

Fazit: Würde man die Kultur in Mainz online mit einem eigenen Kultur-Portal stärker herausstellen, könnte das die Kulturszene nur befördern!

Es würden sich Sponsoren auffinden lassen, und mit den Anzeigen könnte Geld erwirtschaftet werden, das zurück in die Kultur fließt, so dass sich sogar ein ökonomischer Nutzen und ein effektiver Mehrwert ergeben würden. Viele Menschen in Mainz und noch mehr in der nachwachsenden Generation suchen derzeit ihr Auskommen in der Kultur, Großartiges wird geleistet, mehr Öffentlichkeit tut Not!

- Die Medien werden seit eh und je groß geschrieben in Mainz. Dies sollte noch mehr Würdigung erfahren, auch im Internet, dem neuen Leitmedium unserer Zeit. Profitieren würde auch die Stadt Mainz dabei auf der ganzen Linie, denn die Kultur, gerade auch die junge, nachwachsende Kultur, ist das Aushängeschild einer wachsenden Stadt und das schlagende Argument hier zu leben und sich geschäftlich hier anzusiedeln.

Mainz hat dieses auf die Kultur und auf das kulturelle Leben und kulturelle Erleben hin ausgerichtete Profil, das Profil einer kulturell reichen und prosperierenden Stadt verdient, und das mit Sicherheit genauso wie die Main-Metropole Frankfurt oder das frühere "Elbflorenz", zumindest in meinen Augen...

Die Verantwortung für das Mainzer Kultur-Portal, für "Eine neue Seite für die Mainzer Kultur" könnte in den Händen eines kleinen Vereines liegen, aber auch in einer neugegründeten GmbH oder GbR aufgehoben sein. Man könnte das Projekt dann in enger Bande und in Kooperation mit allen kulturschaffend tätigen Personen und Instituten oder mit der Stadt selbst ausschreiben. Vielleicht lässt sich eine ideelle und auch monetäre Förderung durch das Land RLP oder den Bund erwirken.

Die Partner des Projektes _ KULTUR MAINZ Bringt Kultur Voran! _ würden Sorge dafür tragen, dass die Kommunikationsziele, die man sich gesetzt hat, erreicht werden. Ein kleiner Stamm von Administratoren könnte den Content der Seite redaktionell bearbeiten und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Größtenteils würde der Content von den Kulturschaffenden selbst beigesteuert werden können, die ja meistenteils eine eigene Öffentlichkeitsarbeit und ein eigenes Marketing betreiben ... Vielleicht würden sich auch die lokale Presse und in Mainz ansässige Medienhäuser (ZDF, SWR, Antenne Mainz etc.) beteiligen ...

Vielen Dank an Sie und ein herzlicher Gruß

Ihr Henning Berg M.A.
 

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